kletterhallen.net

Finde deine Kletterhalle

 

Sportklettern



Das Sportklettern, so wie wir es heute kennen, entstand gegen Ende der 60er Jahre in den USA und erlebt seither eine regelrechte Revolution. Dabei unterscheidet sich diese Leistungssportart natürlich ziemlich eindeutig vom alpinen Klettern oder dem ganz normalen Bergsteigen.

Der Deutsche Spitzensport hat beim Klettern genau wie bei allen anderen Sportarten verschiedene Vereine und Sportgruppen und ihre speziellen organisatorischen Richtlinien geschaffen, die durch die Technische Kommission, kurz TK, herausgegeben werden. Beim Sportklettern ist das zum einen der DAV oder Deutsche Alpenverein, beziehungsweise der IFSC oder International Federation of Sport Climbing. Diese geben für alle Wettkämpfe Regeln und Richtlinien heraus, die allerdings von den verschiedenen Landesverbänden noch durch zusätzliche, eigene Veranstaltungsbestimmungen erweitert werden können.
Es gibt einen Weltcup und Weltmeisterschaften für Männer, Frauen sowie Jugend und Junioren die von der Internationalen Federation of Sport Climbing ausgerichtet werden. Neben den offiziellen Meisterschaften gibt es natürlich auch noch private Masterkämpfe auf internationaler Ebene, wie etwa dem Rockmaster in Arco in Italien. Sie weisen oft einen sehr hohen Status auf und haben eine längere Tradition als die offiziellen oder regionalen Wettkämpfe. Zahlreiche sportliche Leistungen, wie etwa das Marathonklettern oder Bouldernights stellen dabei eher den Spaß am Sport in den Vordergrund als die eigentliche Platzierung.

Wer an einem Kletterwettbewerb teilnehmen möchte, benötigt dazu grundsätzlich zunächst eine Startlizenz. Nach dem Entrichten des Starpreises erhält jeder Sportler nun seinen Startpass und kann damit in der ganzen Saison an verschiedenen Wettkämpfen teilnehmen.
Als Wettkampfarten beim Klettersport kennen wir beispielsweise die Leadwettkämpfe, die im Vorstieg von unten mit Seilsicherung geklettert werden und bei erreichter Höhe den Rang einer Runde bestimmen.
Boulderwettkämpfe bestehen hingegen aus einer bestimmten Anzahl technischer Kletterprobleme, die ohne Seilsicherung geklettert werden. Dabei bestimmt die Anzahl der gekletterten Boulder den Rang der Runde.
Last but not least gibt es noch die Speedwettkämpfe. Hier treten zwei Kletterer auf parallelen Routen gegeneinander an und die benötigte Zeit entscheidet über den Sieg.
Bewertungen und Beurteilungen während des Kampfes werden von einem Schiedsrichter- und Routenschiedsrichterteam sowie vom Routenbauteam vorgenommen.
Die endgültige Entscheidung bei allen Wettkampfarten obliegt nun der Jury, die aus dem Chef-Schiedsrichter und einem Chef-Routensetzer besteht. Der Schiedsrichter führt das Präsidium.
Alle Wettkämpfe werden grundsätzlich an künstlichen Wänden geklettert, wobei die komplette Wandfläche zum Klettern zur Verfügung stehen muss. Hier ist der Routeneinstieg genau definiert und die dafür vorgesehenen Griffe farbig eindeutig markiert.
Ebenso gelten bei sportlichen Meisterschaften auch strenge Sicherheitsvorschriften.
Bereits vor dem eigentlichen Wettkampf müssen sich die Athleten einer Wettkampfrunde zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Isolierzone einfinden, zu der nur berechtigte Personen Zutritt haben und jegliche Kommunikation mit Akteuren außerhalb strengstens untersagt ist.
Anschließend begibt sich der Sportler mit seiner Begleitperson zur so genannten Transitzone, wo er oder sie sich zum Klettern bereit macht. Von hier aus ist auch kein Einblick mehr auf die Wand möglich.

Der Boulderwettkampf besteht aus einer Serie kurzer Routen mit maximal zwölf Griffen pro Boulder. Dabei darf der tiefste Körperteil des Sportlers im YCC nicht mehr als 2,5m und beim SCC nicht mehr als 3m über dem Boden sein.
Jeder Boulder erhält beim Wettkampf seine vorgeschriebene Startposition, von der aus er alle Versuche beginnen muss. Jede Runde besteht bei der Qualifikation aus fünf und im Finale aus vier Boulders. Dabei wird jeder Boulder von einem Schiedsrichter begleitet.
Der Ablauf des Wettkampfes sowie mögliche Zwischenfälle aller Art und die nachfolgenden Bewertungskriterien sind genau festgelegt. Das Gleiche gilt für etwaige Disqualifikationen oder Disziplinarmaßnahmen. Diese werden wie in vielen anderen Sportarten auch mit der gelben oder roten Karte angezeigt.

Solange es das Sportklettern gibt, wächst natürlich auch die Herausforderung, das Klettern nicht nur auf den Klettergarten oder die Halle, dem so genannten Indoorklettern, zu beschränken. Nein, es wird ebenso im alpinen und hochalpinen Gelände, also so genanntes Outdoor, an natürlichen Felswänden im Freien geklettert.
Der entscheidende Unterschied zum alpinen Klettern besteht hier neben der Absicherung im sportlichen Begehungsstil der Route. Es handelt sich dabei grundsätzlich um Mehrseillängenrouten. Natürlich braucht der Sportler hier neben seinem klettertechnischen Wissen über verschiedene Begehungstechniken auch noch alpine Kenntnisse etwa über das Wetter, die Orientierung und auftretende alpine Gefahren.
Trotzdem, die meisten Kletterwettkämpfe werden in der Regel an künstlichen Kletterwänden ausgetragen, denn hier sind die Sicherheitsmaßnahmen überschau- und kontrollierbarer.

Viele namhafte Sportkletterer sind ebenfalls als berühmte Bergsteiger bekannt wie etwa Thomas und Alexander Huber. Aber das sind natürliche nicht die einzigen, die lange Liste reicht hier von dem bereits genannten John Gill über Bernd Arnold und Kurt Albert, dem Erfinder des Rotpunkt-Kletterns bis hin zu Fred Nicole, Andreas Bindhammer, Markus Bock und vielen internationalen Sportlern. Hier tauchen Namen wie Dave Graham, Ramòn Julian Puigblanque oder Qixin Zhong auf, der mit 7,35 Sekunden immer noch aktueller Weltrekordhalter im Speedklettern ist.