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Begehungsstile

Begehungsstile des Sportkletterns

Wer sich für das Sportklettern interessiert und beginnt, diese Spotart für sich zu perfektionieren, wird sehr schnell auf gewisse Unterscheidungsmerkmale treffen. Grundsätzlich ist natürlich völlig gleich, unter welchen Voraussetzungen man eine Route erklettert. Doch wenn man die Leistungen verschiedener Akteure miteinander vergleichen will, macht sich die Unterscheidung in unterschiedliche Begehungsstile durchaus notwendig.
Der Begehungsstil beim Klettern sagt grundsätzlich einiges über die Qualität der Leistung aus und kann dabei sehr verschieden sein. Dabei geht es nicht nur darum, dass Ziel zu erreichen, sondern auch um die Art und Weise des Kletterns und der Seilsicherung mit der Bewertung nach unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.
Eine Route gilt grundsätzlich als geklettert, wenn das ohne Zuhilfenahme fremder Hilfsmittel, nur aus eigener Kraft und möglichst ohne Sturz geschieht.

On-Sight
Diese Begehungsart, zu Deutsch „auf Sicht“, ist die wohl schwierigste Art überhaupt, denn hier stehen dem Akteur keinerlei Zusatzinformationen zur Verfügung. Diese Art der Begehungsform ist wohl zu Recht der tatsächliche Maßstab für das Kletterniveau eines Sportlers beim Wettkampf.
Beim „On-Sight-Klettern handelt sich um einen sturzfreien Vorstieg einer unbekannten Route im ersten Versuch.
Der Ausdruck „erster Versuch“ bedeutet hierbei, dass der Athlet diese Route noch niemals selbst geklettert sein darf und auch keinem anderen Kletterer dabei zugesehen hat. Das könnte ihm sonst nämlich einen großen Vorteil gegenüber dem Vorgänger verschaffen, was sportlich unakzeptabel wäre. Allerdings darf er vor dem Versuch die Route vom Boden aus einige Minuten begutachten und inspizieren. Daraus entnimmt er alle Informationen, die er im Vorfeld durch Sichtung bekommen kann.
Natürlich braucht der Sportler hier nicht nur ein besonders gutes Gespür für mögliche Bewegungsabläufe, sondern auch viel Energie und Ausdauer. Das On-Sight-Klettern ist bei Wettkämpfen eine sehr übliche Methode des Kräftemessens.
Eine On-Sight-Begehung ist nur einmal möglich.

Rotpunkt
Dieser Begriff wurde vornehmlich von Kurt Albert in den 70ger Jahren geprägt, der seine Routen mit einem roten Punkt am Einstieg markierte, wenn ihm eine freie Begehung gelungen war. Dabei waren diese Routen bis dahin lediglich technisch geklettert worden. Hieraus entstand die Definition des Rotpunktkletterns. Dieser Stil ist seither nicht nur in Deutschland sondern auch in Amerika bekannt.
Man bezeichnet hiermit einen sturz- und ruhefreien Vorstieg an natürlichen Tritten und Griffen.
Grundsätzlich wird beim Rotpunktklettern der Vorstieg in einem Zug absolviert ohne die Sicherungsleine zu belasten. Das bedeutet – kein Ausruhen und kein Sturz.
Sollte es doch zu einem Sturz kommen, müssen alle Sicherungen entfernt und erneut vom Einstieg begonnen werden.
Hierbei kann es einesteils Routen geben, die bereits mit Bohrhaken bestückt sind, was nur noch das Anbringen der Expressschlingen erfordert, oder es müssen die Routen komplett selbst gesichert werden. Somit weisen die Routen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade auf.
Vor der eigentlichen Begehung darf der Akteur die Route allerdings beliebig oft klettern, somit ist es eine bekannte Route. Dies ist wahrscheinlich auch ein Grund dafür, dass diese Art der Begehung bei Wettkämpfen immer weniger akzeptiert wird.

Rotkreuz
Hiermit bezeichnet man eine sturzfreie Begehung im Nachstieg oder Toprope. Es erfolgt eine Seilsicherung von oben durch den Vorkletterer. Er lässt dabei das Seil am oberen Haken, dem so genannten Umlenker, liegen. Die Rotkreuz-Begehung ist eine ziemlich gute, einfache und zudem sichere Methode für Anfänger und Neueinsteiger im Klettersport sowie zum Üben spezieller Problemstellen. Aus diesem Grund zählt diese Sicherungs- und Begehungsart auch nicht wirklich zu den anerkannten Wettkampfarten und wird von so genannten „Alten Hasen“ eher belächelt.

Flash
Mit diesem speziellen Ausdruck wird eine sturzfreie Rotpunktbegehung beim ersten Versuch bezeichnet. Genau genommen ist das also eine für den Sportler unbekannte Kletterroute. Trotzdem stehen dem Kletterer Informationen zur Verfügung, die über normale Fakten wie den Schwierigkeitsgrad oder die Höhe durchaus hinaus gehen können.
Dabei darf der Kletterer zwar diese Route noch nie selbst geklettert sein, hat aber Informationen über gute Sicherungspositionen und das Anbringen der Haken und Seile und über gute Rastmöglichkeiten. Diese Kenntnis kann er beim Beobachten anderer Sportler in der Route, beim Abseilen oder das Ansagen von Besonderheiten durch andere Akteure erhalten. Auch das Abseilen über die Route ist beim Flash erlaubt.