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Eisklettern

Die Entwicklung einer Trendsportart


Eisklettern ist eine besondere Herausforderung für den erfahrenen Kletterer: Statt an Berghängen und Felsformationen emporzuklettern, erklimmen Eiskletterer mit Hilfe besonderer Eisgeräte und Steigeisen gefrorene Wasserfälle und Steileis. Die Sportart verlangt hohe sportliche Leistungen, eine sehr gute Vorbereitung und spezielle Ausrüstung. Bevor das Eis bestiegen werden kann, müssen sich Kletterer mit der Beschaffenheit des Eises vertraut machen und die genauen Techniken erproben, die Eisklettern vom üblichen alpinen Klettern unterscheiden. Atemberaubende Szenerien in winterlich alpiner Landschaft, glitzernde Eiskaskaden und die ungeahnte Farbenpracht im Eis machen eine Eisklettertour besonders attraktiv und entschädigen für die Entbehrungen durch Kälte und fehlende Sicherungen. Weil Eisformationen in jedem Winter ihr Erscheinungsbild verändern, ist eine Route immer wieder überraschend und Sicherungen müssen zumeist selbt angebracht werden. Unerfahrene Seilschaften sollten sich deshalb nicht „auf Glatteis wagen“, denn Erfahrung in der Beurteilung der Qualität der angebrachten Sicherungen ist maßgeblich. Das scharfe Gerät mit dem Eiskletterer ausgerüstet sind, kann auch eventuelle Stürze mitunter gefährlich machen. Eisschlag, Lawinengefahr und Erfrierungen sind potentielle Gefahren, mit denen sich der Kletterer zuvor auseinandersetzen muss. Für alle wagemutigen Fortgeschrittenen im Alpinsport verspricht Eisklettern aber den entsprechend großen Kick und sportlichen Erfolg. Spezielle Schwierigkeitsskalen weisen zudem die unterschiedlichen Herausforderungsgrade der Klettertouren aus.

In den letzten Jahren hat sich Eisklettern zu einer Trendsportart gemausert. Das Bezwingen von Eis ist aber für das Bergsteigen spätestens seit der Erstbesteigung des Mont Blanc im Jahre 1768 ein Thema. Damals behalf man sich, indem mit Eispickeln Stufen in die Eiswände gehauen wurden, die dann mit Hilfe von benagelten Schuhen wie eine Treppe genutzt werden konnten. Im 20. Jahrhundert hatten die Bergsteiger die Technik verfeinert und nutzten Steigeisen zur Bezwingung von Eiswänden. Das Jahr 1975 gilt als Geburtsstunde des Eiskletterns, wie es heute sportlich verstanden wird: Der schottische Extrembergsteiger Douglas Haston wagte als erster die Besteigung eines Eisfalls, der Cascade du Dar in der Schweiz. In den achtziger Jahren machten sich zunächst wenige Alpinisten an die Besteigung von Eisformationen und gefrorenen Wasserfällen, entwickelten dabei aber immer ausgefeilteres Gerät. In den 90er Jahren nahm die Popularität von Eisklettern sprunghaft zu. Durch Extremsportler wie Xaver Bongart wird Eisklettern zu einer alpinen Leistungssportart, die auch wettkampfmäßig ausgeübt wird. So findet 1999 im Pitztal der erste Weltcup im Eisklettern statt, bei dem Profis und Hobbykletterer ihre Kräfte messen können.

Weil teilweise inmitten des Eises auch Felsformationen überwunden werden müssen, hat sich inzwischen das Drytooling, anfangs nur eine „Trockenübung“ zum Eisklettern, als eigene Disziplin durchgesetzt, bei dem mit gleichem Gerät auch Fels erklommen werden kann.